Montag, Juni 22, 2026

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„Erfolg ja – jetzt ist dringend Planungssicherheit gefragt!“

Österreichischer Film auf internationalem Höhenflug: Erfolge und Herausforderungen

Mit zwölf österreichischen Filmen, darunter zwei im Wettbewerb, wird die Berlinale 2026 zum Schauplatz eines beeindruckenden internationalen Auftritts des heimischen Films. Diese Erfolge sind nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch ein Zeichen für die gezielten Finanzierungsoffensiven der vergangenen Jahre. Doch die Zukunft dieser Erfolge steht auf der Kippe, da die Filmbranche vor ernsthaften Herausforderungen steht.

Ein bewährtes Fördersystem unter Druck

Die außergewöhnliche Präsenz österreichischer Filme auf internationalem Parkett ist das Ergebnis eines über Jahre hinweg aufgebauten Fördersystems, insbesondere durch das Österreichische Filminstitut (ÖFI+). Dieses System hat es ermöglicht, hochwertige Kinoproduktionen zu realisieren. Aktuelle Kürzungen, unsichere Budgets und fehlende Planungssicherheit gefährden jedoch die Basis dieses Erfolgsmodells. Filmproduktionen benötigen in der Regel eineinhalb bis zwei Jahre Vorlaufzeit, sodass kurzfristige politische Lösungen nicht ausreichen, um die Branche zu stabilisieren.

Ein Schicksalsjahr für den österreichischen Film

„2026 ist ein Schicksalsjahr für den österreichischen Film. Ohne verlässliche Finanzierung droht ein massiver Einbruch“, warnt Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Produzent und Obmann des Fachverbands der Film- und Musikwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich. Die Branche steht vor der Herausforderung, die Erfolge der letzten Jahre zu sichern und gleichzeitig neue Perspektiven zu schaffen.

Alarmstimmung unter Filmschaffenden

Die Warnungen der Filmschaffenden sind eindringlich. Schauspielerin Susi Stach berichtet von ihrer erfolgreichen Karriere im vergangenen Jahr, sieht jedoch für 2026 bisher keine bestätigten Drehtage. Diese Situation betrifft Tausende von Filmschaffenden und verdeutlicht die Dringlichkeit, Lösungen zu finden, um die Branche nicht in einen Stillstand zu führen.

Einigkeit in der Branche: Lösungen sind vorhanden

Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz hat die Filmbranche konkrete Lösungsvorschläge präsentiert. Dazu gehören eine Investitionsverpflichtung für Streamingdienste und ein solidarischer Investitionsbeitrag, wie sie in vielen europäischen Ländern bereits erfolgreich etabliert sind. Internationale Best-Practice-Beispiele aus Ländern wie Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden zeigen, dass solche Maßnahmen planbare Finanzierungsströme schaffen und die kulturelle Vielfalt stärken.

Erfolgreiche Modelle aus Europa

Frankreich gilt als Vorreiter mit einer Investitionsverpflichtung von bis zu 25 Prozent. Die Schweiz hat mit der „Lex Netflix“ seit Anfang 2024 verpflichtende Investitionen eingeführt, und auch die Niederlande haben eine verbindliche Investitionsquote beschlossen. Diese Länder verzeichnen ein stärkeres Wachstum europäischer Filmwerke und eine höhere Publikumszahl als solche ohne entsprechende Regelungen.

Klare Forderungen der Branche

Die Filmwirtschaft fordert ein Modell, das sowohl kulturell als auch wirtschaftlich wirksam ist: eine Investitionsverpflichtung von insgesamt 25 Prozent, davon 7 Prozent als Investitionsbeitrag und 18 Prozent als direkte Investitionsverpflichtung in österreichische Produktionen. Diese Regelung soll für alle Streamingdienste gelten, um eine Gleichbehandlung zu gewährleisten und ein ausreichendes Finanzierungsvolumen zu erreichen.

Dringlichkeit der Umsetzung

Experten schätzen, dass eine Einführung der Investitionsverpflichtung noch im Laufe des Jahres 2026 technisch und rechtlich machbar ist. Eine unterjährige Umsetzung ist ebenfalls möglich, was die Dringlichkeit der politischen Entscheidungen unterstreicht.

Wirtschaftliche Hebelwirkung der Filmförderung

Eine aktuelle Studie der Wirtschaftskammer Tirol belegt die gesamtwirtschaftliche Hebelwirkung der Filmwirtschaft. Jeder in Filmproduktionen investierte Euro löst zwei Euro Fiskal-Effekt aus. Ein Investitionsbeitrag von bis zu 40 Millionen Euro jährlich könnte eine Wertschöpfung von bis zu 120 Millionen Euro und einen fiskalischen Effekt von rund 80 Millionen Euro erzeugen.

Appell an die Bundesregierung

Die Branche steht geschlossen hinter der Forderung nach einer klaren politischen Entscheidung. Eine von rund 1.500 Filmschaffenden unterzeichnete Petition zeigt den breiten Rückhalt und den Wunsch nach rascher Planungssicherheit. „Jetzt braucht es eine klare Entscheidung der Politik: Sonst feiern wir in Berlin die Erfolge der Vergangenheit, während in Wien die Zukunft des österreichischen Films auf dem Spiel steht“, schließt Dumreicher-Ivanceanu.

Fazit

Die Erfolge des österreichischen Films auf der Berlinale sind ein Grund zur Freude, doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Die Branche benötigt dringend Unterstützung und klare politische Entscheidungen, um auch in Zukunft auf internationalem Parkett bestehen zu können.

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